Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein     
von 1901 e.V.
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Vereinsgeschichte
Die Geschichte des BGSV:

Der Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein (BGSV) wurde 1901 gegründet. Seiner spezialisierten Zielsetzung nach ist der BGSV die älteste Arbeitsgemeinschaft in Deutschland. Aber im Jahre 1901 war der Begriff „philatelistische Arbeitsgemeinschaft“ noch unbekannt. Als spezialisierte Vereine folgten dann 1912 der „Münchner Ganzsachen-Sammler-Verein“ und 1931 der „Verein der Sammler deutscher Inflationsbriefmarken“ (Infla Berlin).

Schon bald besaß der BGSV zahlreiche auswärtige Mitglieder, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und Übersee. Zeitweilig existierten Zweigvereine in Hannover und Halle.

Seit 1912 besitzt der BGSV eine eigene Vereinszeitschrift. Sie erschien zunächst unter dem Titel „Der Ganzsachen-Sammler“ im Verlag von Philipp Kossack. 1921 übernahm der Verein selbst die Herausgabe. Fortan heißt die Zeitschrift "Die Ganzsache“. Die Jahrgangszählung wurde 1921 neu begonnen. Mit einer kriegsbedingten Unterbrechung ist „Die Ganzsache" seither alljährlich erschienen und hält als Mitteilungs- und Korrespondenzblatt die Verbindung zu den in- und ausländischen Mitgliedern aufrecht. Nächst den seit 1888 erscheinenden Mitteilungen des Berliner Philatelisten-Klubs ist „Die Ganzsache“ die älteste vom Beginn des Erscheinens an fortgeführte deutsche Briefmarkenzeitschrift.

Außer den üblichen Tätigkeiten eines philatelistischen Vereins – Vortrags- und Tauschabenden, Rundsendedienst und geselligen Zusammenkünften (Tradition war einst ein alljährliches Krebsessen) - bemühte man sich sehr früh um die Beschaffung von Neuheiten und baute dafür einen bestens funktionierenden Dienst auf, ebenso auch für die Beschaffung von Stempelneuheiten. Insbesondere aber widmete man sich der Ganzsachenkatalogisierung. Zunächst arbeitete man mit am Katalogwerk der Gebrüder Senf. Zeitweise gab es im Verein einen eigenen Katalogausschuss. Weltweit bekannt wurde der BGSV durch den seit 1923 in Lieferungen erschienenen und 1928 abgeschlossenen Großen Ganzsachenkatalog, der meist unter dem Namen seines Herausgebers Siegfried Ascher zitiert wird. Es folgten 1932 ein Spezialkatalog Die deutschen Ganzsachen von Siegfried Ascher und Theodor Junker, 1933 ein Weltkatalog der Bildganzsachen von Theodor Junker und 1938 ein Weltganzsachenkatalog von Wilhelm Beckhaus u. a. Letzterer war eine gekürzte und weiter geführte Ausgabe des großen „Ascher“.

Das Dritte Reich bedeutete für den Verein eine tiefe Zäsur. Zahlreiche bedeutende Mitglieder mussten auf Grund des Arierparagraphen den Verein verlassen. Der Vorsitzende legte deshalb aus Protest unter einem Vorwand (er war Universitätsprofessor und konnte nicht deutlicher werden) sein Amt nieder. Ascher gelang in letzter Stunde die Flucht nach Palästina. Der nachfolgende Vorsitzende unterhielt beste Beziehungen zum Reichspostminister Ohnesorge. 1943 musste die Vereinszeitschrift kriegsbedingt ihr Erscheinen einstellen.

Bei Kriegsende beklagte der Verein den Tod zahlreicher Mitglieder. Die Bibliothek war verbrannt, jede Vereinstätigkeit verboten. 1948 wurde die Zulassung im amerikanischen Sektor erreicht, 1950 erschien das erste Nachkriegsheft der Ganzsache.

Sogleich wurde die Katalogarbeit wieder aufgenommen und ein Neuer Ganzsachen-Katalog (NGK) geplant. Bearbeitet von Walter Beckhaus erschienen 11 Lieferungen, dann überstiegen die Kosten die Möglichkeiten des Vereins, und die Arbeit wurde eingestellt.

Dem Idealismus und der Bereitschaft auch zu finanziellen Opfern ist es zu verdanken, dass in der Folgezeit weitere Ganzsachenkataloge von oder unter Beteiligung von Mitgliedern des BGSV erschienen. Das gilt für den in einem Verlag erschienen zweibändigen Deutschland Ganzsachen-Spezialkatalog von Hans Meier zu Eissen ebenso wie für die zweibändige Verzeichnung der deutschen Privatpostkarten durch Hanspeter Frech.

In den letzten Jahren hat es die Computertechnik möglich gemacht, Kataloge zuhause am Rechner zu schreiben und in einer kleinen Druckerei herzustellen. Folgerichtig ist die Arbeit am NGK wieder aufgenommen worden. International beachtet wird besonders die Neubearbeitung des „Großen Ascher“ durch Norbert Sehler. Bislang erschienen sind die Teile „Afrika“ und „Karibik“.

Umfangreiche Festschriften zu Vereinsjubiläum erschienen 1926, 1951, 1991 und 2001.

 

 

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